Exodus

Leer steh’n rost’ge Kübel,
Geier stoßen hart hernieder –
Hag’re Leichen baumeln

An den Galgen vor der Stadt.

Eis kriecht unter Kleider,
Menschen haben schwarze Füße –
Vom Pferde lassen Reiter
Wo entzwei ihr Kopf gemacht.

Frost ist in den Himmeln,
Münder speien weiße Wolken –
Ruhig fahren Säbel
In die Rücken schnell und glatt.

Steingebaute Brücke,
Weiches Licht der letzten Sonne –
Wärme heißt die Tücke

Die auf Marmor jäh zerbricht.

Bäume fallen lautlos,
Trübe Augen blicken leer –
Still liegt ein Kind im Moos,
Für den Heimweg schon zu matt.

Der Herr erschlägt den Hund,
Verzagt tönen Glocken von Fern –
Blaues Gedärme wund
Dampfend in der Kälte quillt.

Entstehungsdatum: 1988